Behandlungsansatz

Information über den Behandlungsansatz der Neurophysiologischen Entwicklungsförderung

Wir arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, bei denen nach einer umfassenden Diagnostik, die die Bereiche

  • Koordination und Gleichgewicht
  • Feinmotorik
  • persistierende, primitive Reflexe
  • Haltungs- und Stellreaktionen
  • Augenmuskelmotorik
  • visuelle und auditive Wahrnehmung

umfasst, festgestellt wird, dass ihren Bewegungs-, Verhaltens- und Lernproblemen eine neurophysiologische Ausreifungsstörung zugrunde liegt.

Der aktuelle Forschungsstand belegt, dass kindliche Entwicklungsstörungen bzw. Verzögerungen mehrheitlich auf Probleme zurückzuführen sind, die bereits während der Schwangerschaft oder bei der Geburt entstanden.

Folgen derartiger neurophysiologischer Entwicklungsstörungen sind dann bspw. ausgelassene oder nicht vollständig durchlaufene Bewegungsphasen im ersten Lebensjahr, die als Meilensteine der sensomotorischen Integration gelten.

Der Therapieansatz umfasst spezifische Bewegungsübungen, die unter Anleitung und regelmäßigen Supervision täglich zu Hause etwa ein Jahr lang durchgeführt werden. Ziel dieser Bewegungsübungen ist die Verbesserung von Koordination und Gleichgewicht durch nachträgliche Ausreifung und Hemmung noch fortbestehender frühkindlicher Reflexmuster, die normalerweise im ersten Lebensjahr von sich weiter ausreifenden Gehirn inhibiert oder in bleibende Halte- und Stellreaktionen transformiert werden. Die Gegenwart eines oder mehrerer primitiver (frühkindlicher) Reflexe kann damit als sicherer Beleg für subkortikale Kontrolle auf Stammhirnebene über neuromuskuläre Funktionen und damit als Beweis für eine Ausreifungsstörung des Gehirns angesehen werden. Eine solche Störung kann als Ursache von bzw. mitverantwortlich an vielfältige Bewegungs-, Wahrnehmungs-, Lern- und Verhaltensprobleme angesehen werden. Die Entdeckung und Analyse primitiver Reflexe kann daher als wertvolles Instrument genutzt werden, um den Grad der für das Kind erforderlichen Fördermaßnahmen zu bestimmen.

Darüber hinaus werden zur Förderung der Wahrnehmungsfähigkeit spezifische Übungsprogramme wie bspw. eine Hör- und Lautdiskriminierung durchgeführt.

Das Therapiekonzept basiert auf der langjährigen Forschungsarbeit des Instituts für neurophysiologische Psychologie (INPP) in Chester/England und wird mittlerweile in vielen europäischen Ländern sowie in den USA und Australien angewendet. Es wurde inzwischen an der Queens Universität Belfast einer sorgfältigen Überprüfung nach standardisierten wissenschaftlichen Methoden unterzogen, die in der Februarausgabe 2000 der medizinischen Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlicht wurde.